Naturschutzgebiet Liether Kalkgrube
In Klein Nordende im Kreis Pinneberg liegt
das 16 ha große Naturschutzgebiet, dessen Gruben durch den Abbau von Kalk, Ton, Sand und anderen Gesteinen in den letzten 150 Jahren entstanden, die hier freigelegten geologischen Formationen
reichen bis ins Erdaltertum vor 270 Millionen Jahren zurück.
Im Oktober 1991 wurde das Gebiet unter Naturschutz gestellt.
1844 wurde beim Bau der Eisenbahnstrecke roter Ton entdeckt und in der Nähe zu Ziegeln verarbeitet. 1925 wurde beim Abbau Zechsteinkalk und Kalkasche entdeckt und als Mineraldünger und auch als
Wegschotter verkauft.
1980 wurde in der 30m tiefen Grube ein Gipshut im Top des Elmshorner Salzstockes entdeckt und freigelegt. Der Gipshut sowie die umgebenden Kalke wurden aus etwa 6 - 8 Kilometer Tiefe empor
gepreßt.
In den gesondert geschützten Bereichen der Grube haben sich seltene und
geschützte Tier- und Pflanzenarten angesiedelt. Über 110 verschiedene
Pflanzenarten, davon 14 besonders geschützte, sowie 6 gefährdete Tierarten
finden hier ihren Schutz.
Begehbar ist die Grube auf zwei Wegen, ein Weg führt in die Mitte der Grube,
der zweite führt als Rundweg mit zahlreichen Aussichtspunkten oben um die Grube herum.
Am 12. Mai 2006 wurde die Liether Kalkgrube von der Akademie der
Geowissenschaften zu Hannover im Wettbewerb - Die bedeutendsten
Geotope in Deutschland - mit dem Prädikat NATIONALER GEOTOP
ausgezeichnet.